Blutentnahme vor einer Magnetresonanztomographie (MRT): Warum?

Viele Patienten fragen sich: Warum muss man sich vor einer Magnetresonanztomographie (MRT) Blut abnehmen lassen?

Ein Magnetresonanztomograph (MRT) muss man sich wie ein Dynamo vorstellen, der ein magnetisches Feld erzeugt. Während einer MRT möchte der Arzt bestimmte Strukturen des Körpers darstellen; das gelingt besser, wenn man dazu einen Stoff in die Blutbahn gibt, welcher magnetische Eigenschaften besitzt: das Schwermetall Gadolinium. Dieses wird in Form einer Stoffkombination verabreicht: dem Kontrastmittel. Die Einbringung des Kontrastmittels in die Blutbahn erfolgt über einen Zugang in der Vene des Patienten; das Kontrastmittel wird dabei so sparsam wie möglich eingesetzt.

Der Körper filtert das Kontrastmittel dann über die Nieren und scheidet es über den Harn aus; ob eine optimale Filtration über die Nieren gelingen kann ist von zwei Blutwerten abhängig: das Kreatinin und die glomeluräre Filtrationsrate (GFR). Liegen die Blutwerte nicht im normalen Bereich wird der Radiologie sie über die weitere Vorgehensweise beraten.

Die wichtigsten Aufgaben der Nieren

  • Ausscheidung: Harnstoff, Kreatinin, Harnsäure – alles Substanzen des Eiweißstoffwechsels
  • Entgiftung: Ausscheiden von Medikamenten oder Umweltgiften
  • Regulation des Elektrolythaushalts: u.a. Natrium, Kalium, Calcium, Phosphat
  • Wasserhaushalt: Regulation des osmotischen Drucks
  • Regulation des Blutdrucks: Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)
  • Regulation des Blut-pH-Wertes
  • Hormonbildung: Renin, Erythropoetin (EPO), Vitamin D aus der Vorstufe Calcitriol

Wissen über Anatomie und Funktion der Nieren

Anatomie

Im Normalfall besitzt der Mensch zwei Nieren; sie sind rotbraun, sehen aus wie Bohnen, wiegen ca. 150 g und haben ca. die Maße H10 x B5 x T2,5 – einfach zu merken. Im Körper zu finden sind sie links und rechts der Wirbelsäule, dicht unter dem Zwerchfell an der hinteren Bauchwand verankert. Umhüllt sind die Nieren von einer Nierenkapsel, gefolgt von Fettgewebe und einer weiteren sensiblen Bindegewebshülle. Schmerzhafte Nieren gehen oft einher mit Flankenschmerzen, die durch Klopfen auf dem entsprechenden Gebiet am Rücken stärker werden. Teilt man die bohnenförmigen Nieren im Längsschnitt kann man vier Bereiche sehen: Nierenhilus, Nierenbecken, Nierenmark und -rinde.

Nierenhilus

Ein- und Austrittsort von: Harnleiter, Nierenarterie, Nierenvene, Nerven- und Lymphgefäßen.

Nierenbecken

Im Nierenbecken sammelt sich der filtrierte Harn, welcher aus den Nierenkelchen kommt und läuft weiter zum Harnleiter.

Nierenmark & Nierenrinde

Das Nierenmark teilt sich auf in ca. 8-16 Markpyramiden, die sich über die Markstrahlen bis in die Nierenrinde erstrecken. In diesen Gebieten liegen die entscheidenden Funktionseinheiten zur Ausscheidung bzw. Urinbildung – die Nephrone.

Das Nephron – eine funktionelle Filtrationseinheit

Jedes Nephron besteht aus einem Nierenkörperchen und einem Tubulusapparat.   

In einem ersten Schritt gewinnt das Nierenkörperchen den Primärharn. Im stark durchbluteten Nierenkörperchen werden nur Wasser und kleinste Bestandteile vom Blutplasma filtriert. Größere Moleküle wie weiße Blutkörperchen, Bluttplättchen oder Eiweiße werden normalerweise zurück gehalten. Sind diese Strukturen beschädigt zum Beispiel durch einen Diabetes mellitus, so kann man diese krankhaften Veränderungen in einem Urintest nachweisen. 

in einem zweiten Schritt entsteht durch Reabsorptions- und Sekretionsvorgänge  im Tubulusapparat der Sekundärharn – der „endgültige“ Harn, welcher weitergeleitet und ausgeschieden wird.

Die Nierenkörperchen leisten zusammen eine bestimmte Filtrationsmenge an Primärharn – die glomeruläre Filtrationsrate (GFR): Eine für den Laien komplizierte Formel! Bei Nierenerkrankungen kommt es zu Veränderungen der Filtrationsleistung. Daher müssen vor der Gabe von Kontrastmitteln bestimmte Blutwerte wie Kreatinin und die GFR kontrolliert werden.

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